In vielen industriellen Umgebungen wird die Dokumentation noch immer als finales, statisches Ergebnis erstellt, das oft von Projekt zu Projekt neu erstellt wird. Man schreibt neu, was bereits existiert, man dupliziert, man passt geringfügig an, man korrigiert verspätet. Das Ergebnis:
Diese Verschwendung wird selten als umweltrelevant wahrgenommen. Sie ist jedoch strukturell: mehr menschliche Arbeit, mehr Maschinenzyklen, mehr mobilisierte Energie, um … redundante Informationen zu produzieren.
Genau auf diesem Gebiet entfalten die S-Series und DITA XML ihre volle Bedeutung.
Auf pädagogischer Ebene lässt sich ihre Philosophie einfach zusammenfassen:
Weniger schreiben, aber besser; einmal schreiben, mehrfach verwenden.
DITA XML basiert auf der Modularität von Inhalten.
Die S-Series erweitern diese Logik auf den gesamten Produktlebenszyklus (Konzeption, Support, Wartung, Logistik).
Man spricht nicht mehr von Dokumenten, sondern von kontrollierten Informationsblöcken, die an einer einzigen Stelle aktualisiert und überall dort wiederverwendet werden, wo sie relevant sind.
Dieser Ansatz hat mehrere kumulative Effekte:
Mit anderen Worten: Man wechselt von einer Logik der informationellen Überproduktion zu einer Logik der Wissenspflege, die den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft sehr nahe kommt.
Auf operativer Ebene wird der Einfluss noch greifbarer. In einer strukturierten S-Series-Umgebung:
Dies führt zu:
Eine besser genutzte, besser gewartete und weniger unnötig beanspruchte Maschine ist jedoch auch eine sparsamere Maschine über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg.
Schließlich führen die S-Series einen oft unterschätzten Hebel ein: die Standardisierung.
Durch die Harmonisierung der Dokumentationspraktiken zwischen Akteuren:
Dies ist eine Form der stillen Dekarbonisierung durch Angleichung und Bündelung, weit entfernt von Kompensationslogiken(1) oder Darstellungslogiken(2).
(1) Kompensationslogiken bestehen darin, weiterhin Treibhausgase auszustoßen und diese Emissionen gleichzeitig über externe Mechanismen „freizukaufen“: typischerweise durch den Kauf von CO2-Zertifikaten (Aufforstung, Projekte für erneuerbare Energien an anderen Orten der Welt usw.). Man reduziert seinen Fußabdruck nicht wirklich, sondern neutralisiert ihn lediglich buchhalterisch. Dies wird oft kritisiert, da es die Auseinandersetzung mit den tieferliegenden Ursachen vermeidet.
(2) Darstellungslogiken sind eher dem Greenwashing zuzuordnen: die Kommunikation über Umweltbemühungen, ohne dass diese substanziell oder systemisch sind. Dies kann in Form von Labels, schmeichelhaften CSR-Berichten, isolierten „Green Features“ in einem Produkt oder veröffentlichten CO2-Bilanzen ohne echten dahinterstehenden Reduktionsplan geschehen.
Die S-Series und DITA XML sind von Natur aus keine „grünen“ Standards. Sie versprechen weder CO2-Neutralität noch technologische Durchbrüche.
Dafür begünstigen sie jedoch eine Dokumentation, die:
Durch die Reduzierung unnötiger Arbeit, der Inhaltsduplizierung und der überflüssigen Maschinennutzung fügen sich diese Standards und Dokumentationssysteme vollständig in eine Logik der Dekarbonisierung durch Effizienz ein, die mit einem verantwortungsvollen und realistischen Ansatz des Berufs im Einklang steht.
Es ist keine ökologische Revolution.
Aber es ist eine strukturelle Transformation, die im Maßstab komplexer industrieller Systeme den entscheidenden Unterschied macht.
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